Patanjali-Yoga/History

Geschichte
Im Mahabharata um ca 300 v. C. nimmt der Yoga bereits einen bedeutenden Platz ein und wird als praktisches Gegenstück zum theoretischen Sânkhya genannt. Während im Mahabharata und den älteren Schriften (Puranas) Kapila und andere als Begründer des Yogas genannt werden, nennen die jüngeren Puranas Patanjali als Urheber der Yoga-Systems. Es darf jedoch angenommen werden, dass Patanjali die überlieferten Yoga-Lehren im 2. oder 4. Jahrhundert n.C. zusammenfasste. Sein Werk besteht aus 194 kurzen Merksprüchen (Sutren), die auf vier Bücher verteilt sind.

In den klassischen indischen Schriften werden 4 Yogawege beschrieben:
1. Raja Yoga (Ashtanga Yoga genannt: 'Asta' = acht, 'Anga' = Teile, meditative Richtung)
2. Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis, intellektuelle Richtung)
3. Karma Yoga (Yoga der Tat, des selbstlosen Handelns)
4. Bhakti Yoga (Yoga der Verehrung/Hingabe)

Ursprünglich war Yoga vermutlich ein rein spiritueller Weg, und es ging vor allem um Erleuchtung durch Meditation. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit, und ihr vorrangiges Ziel war zunächst, den Körper so zu kräftigen und zu mobilisieren, dass er möglichst beschwerdefrei über einen längeren Zeitraum im Meditationssitz - also in der Regel im vollen Lotossitz - verweilen konnte. Mit der Zeit wurde immer mehr die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen erkannt. Die Asanas wurden weiter entwickelt, und die körperliche Betätigung im Yoga bekam einen immer höheren Stellenwert. Einen ersten Niederschlag findet diese Entwicklung in der Entstehung des Hatha Yoga. In der „Hatha Yoga Pradipika“, einem Text aus dem 15. Jhrdt., werden die Grundlagen dieser eher körperbetonenden Yoga-Schule dargelegt. Raja Yoga ist eine auf dem Hatha Yoga fußende Yogalehre, in der spirituelle Ziele betont werden.

Patanjali
war ein indischer Gelehrter, der die heute noch vollständig erhaltenen Yoga-Sutras verfasst haben soll. Über das Leben von Patanjali ist jedoch nichts bekannt, auch nicht wann er gelebt hat. Es ist nicht einmal gesichert, dass er eine historische Persönlichkeit war. Von den Indern wird er mit dem Grammatiker gleichen Namens, der im 2. Jahrhundert von Christus lebte, gleichgesetzt. Da der Wortschatz des Grammatikers und des Schreibers jedoch stark von einander abweichen, gehen die Indologen davon aus, dass es sich nicht um die gleiche Person handelt. Vielmehr sind sie der Ansicht, dass aufgrund bestimmter Formulierungen, die sich auch im Spätbuddhismus finden, das Werk im 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus entstanden ist.

Wörtlich übersetzt bedeutet Sutra "Faden". Das Yoga-Sutra ist also gewissermaßen ein Leitfaden für Yoga, der anders als die Bhagavadgita keine Rahmenhandlung besitzt und auch nicht gesungen wurde. Das Yoga-Sutra von Patanjali besteht aus 195 Sanskrit-Versen, in denen in hochkonzentrierter Form die Essenz des Yoga-Weges gebündelt ist. Es ist das älteste erhaltene Werk über Yoga. Diese Form des Yoga wird als Raja Yoga oder Ashtanga Yoga (achtgliedriger Yoga) bezeichnet.

Yoga wird von Patanjali als ein achtgliedriger Weg (Ashtanga Yoga) dargestellt. Die acht Aspekte sind:
Yama (Moral, Ethik - das Verhalten anderen gegenüber, gesellschaftliche Disziplin; allen voran Ahimsa = gewaltlos / Sateya = wahrhaft (auch sich selbst gegenüber))
Niyama (Selbstdisziplin - das Verhalten sich selber gegenüber; wie sauca = Reinheit /samtosa = zufrieden)
Asana (die Übungen der Yogastellungen, körperliche Disziplin)
Pranayama (die Beherrschung des Atems, mentale Disziplin)
Pratyahara (das Sich-nach-Innen-Ausrichten, Disziplin der Sinne)
Dharana (Konzentration)
Dhyana (Meditation)
Samadhi (Instase, Versenkung, All-Einheit, Verwirklichung des höheren Selbst)


Patanjali Statue



 
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